Berichte Sonstige
18 Tage JuFi am Po
18 Tage JuFi am Po

Hallo an alle Leser. Ich will euch mit diesem Bericht ein bisschen teilhaben lassen an meinen Erlebnissen als Betreuer beim Jugendcamp am Po und damit ihr euch mal vorstellen könnt wie toll das für die Jungend aber auch für uns Betreuer seien kann.
Ich bin mit Leib und Seele dem Karpfenangeln verfallen, und habe mir dieses zur Aufgabe gemacht es den Jugendlichen in Italien näher zu bringen.
Das Angeln auf Waller ist sehr interessant aber mir persönlich zu kompliziert Köderfische fangen, Steine binden, Montagen setzten usw.. Darum kümmerten sich die anderen Betreuer, ich will die zeit am Wasser voll genießen und nicht mit Arbeit belasten mir reicht schon das Schleppen meines Tackle.
Ich habe mich schon fast ein ¾ Jahr im Voraus nach Sponsoren umgesehen und konnte in Sachen Tackle wie im Jahr zuvor Christian von B.Richi gewinnen, der uns mit Ruten Abhakmatten Säcke und Wiegeschlingen zur Seite stand. Und Sebastian von BlackLabel Baits war so freundlich uns bei unserem vorhaben mit ca. 130Kilo Boilies zu unterstützen, dafür an dieser stelle vielen dank auch im Nahmen aller Kiddis, den ohne Sponsoren könnte man so eine Reise nicht zu einem bezahlbaren Preis für die Jugendlichen ausrichten.
Es ist Anfang Juni 2009 ich habe meine Sachen schon soweit alle vorbereit den in 8 Wochen soll es losgehen 18 tage non Stopp fischen am Po.
Dieses Jahr fuhren wir in den ersten beiden August Wochen: die 1. Tour vom 30.07-07.08 und die 2. vom 10.08-18-08.
Dazwischen hatten wir 3 tage Frei ,was auch gut war ,den bei den sommerlichen Temperaturen so 35grad eine Woche auf der Sandbank zu verbringen ist sehr anstrengend da sind die 3 tage richtig gut und man kann den Akku wieder voll aufladen für die 2.Tour.
Da Sebastian mir die Boilies so frisch wie möglich geben wollte bin ich am Mittwoch nach der Arbeit noch nach Herford gefahren um diese abzuholen. Dabei bekam ich noch eine Betriebsbesichtigung, auch hierfür von meiner Seite aus besten Dank. Es war sehr interessant mal zu sehen wie und wo unsere Baits hergestellt werden.
Nun ab nach Italien. Ich fuhr Donnerstag nach dem Frühstück los nach Bocholt Suderwick zu meinem Cheffe Dirk Ditters von Anglertours. Denn von dort fahren wir im Grossen Reisebus los und holen Quer durch Deutschland die Jugendlichen an den Rasthöfen ab.
Als der Bus eintraf traf dem Fahrer erst einmal der Schlag, den ihr könnt euch bestimmt vorstellen wie viel Gepäck zusammen kommt wen 26 Jungs zum Angeln nach Italien fahren. Die Jugendlichen können gerne auch ihr eigenes Tackle mitbringen, ist aber nicht von Nöten da Dank der Sponsoren genug Ruten und Zubehör vorhanden ist.
Na ja so ging es dann los und nach ca. 11 stunden kamen wir in Italien im Cassa Silure an, und wurden mit einem prächtigem Frühstück, welches unsere Teamfrauen schon vorbereitet hatten, empfangen.
Dafür mal kurz an dieser stelle ein großes Lob an unsere Frauen, denn sie standen jeden Tag 2 mal in der Küche und machten das Essen für uns die wir draußen mit den Gruppen auf der Sandbank saßen. DANKE Mädels.
So, die Kiddis waren schon ganz heiß und nachdem sie eine kurze Einweisung in Sicherheit und verhalten erhalten hatten teilten wir sie in 4 Gruppen auf und los ging es.
Gerade die Sicherheit der Jugendlichen ist bei uns ganz groß Geschrieben. Man sollte den Po niemals unterschätzen, die Strömung ist sehr stark und das Wasser kann sehr schnell steigen und wenn man nicht aufpasst wacht man morgens auf und man bekommt nasse Füße. Das durfte ich schon am eigenen Leibe erfahren.
Ich brauchte diese Jahr nicht lange nach einem gutem Platz zu suchen. Ich entschied mich für eine Landspitze am Auslauf eines Altarmes nicht weit vom Hauptcamp. So gegen 19 Uhr waren dann alle Ruten im Wasser und es kehrte Ruhe ein. Alles sah noch ein bisschen provisorisch aus aber das wollte ich am nächsten tag ändern. Als dann so gegen 20.30 Uhr der 1. Waller einstieg und mit 150cm den Anfang machte war die Stimmung perfekt. Suppi, das fängt doch gut an.
Am Nächsten morgen konnte ich dann den ersten Karpfen mit den Kiddis fangen, eine schöner Po Schuppi mit ca. 24 Pfund. So ging es dann weiter. Ich habe noch nie so viele und große Fische bei einem Jugendcamp fangen können wie in dieser Woche.
Am 4 Tag so, gegen halb 5 Morgens, krachte es heftig an der Waller Rute die wir weit draußen in einem Loch auf 9 Metern tiefe gespannt hatten und die mit einer kleinen Karausche bestückt war. Nach einem heftigen Anschlag meinerseits übergab ich die Rute an Benedikt der schon das 3 mal mit dabei war. Wir merkten sofort, dass das kein Kleiner ist und so sprang Dirk ins Boot und wir fuhren dem Fisch hinterher.
Nach ca. 20 min Drill kam dieser an die Oberfläche und ja, es war ein Monster. Ich habe die ganze Zeit gefilmt und nach einem kleinen klaps von Dirk hievte er den Fisch mit vollem Einsatz seiner Kräfte ins Boot.
Und da kam er der Schrei voller Glück und Erleichterung. Bene war am ganzen Körper am Zittern. Was wir zu der Zeit noch nicht wussten ist, dass Karsten in seinem Camp ca. 6 Km Flussauf zeitgleich einen nur 3 cm kleineren Fisch fangen konnte und so trafen wir uns dann gegen halb elf bei ihm auf der Sandbank zum Foto Termin.
Die nächste Nacht wurde von einem besonderen Fang erleuchtend. Ich hörte schon ne ganze zeit ein von den Bissanzeigern piepen die ein Jugendlicher so ca. 50 Meter entfernt aufgestellt hatte. Er wollte dort im Altarm auf einer seichten Sandbank sein Glück probieren, als von ihm keine Reaktion kam bin ich zu ihm und hab ihn geweckt. Er solle doch mal bitte zu seiner Rute gehen und nachsehen was dort ist.
Ich bin derzeit wieder zu meinem Zelt gelaufen, als er plötzlich um Hilfe rief. Er hätte `n Vogel.
Klar sicher du hast ein Vogel und da kam er auch schon um das Gebüsch gelaufen und was soll ich sagen, er hatte wirklich einen Vogel. Um genau zu sein hatte sich ein Nachtreiher in seiner Schnur verfangen.
Ich muss sagen ein wirklich hübsches Tier. Zum Glück ist ihm dabei nichts passiert und er flog nach kurzem Schreck von dannen. Ja, nachts ist auch am Lande immer was los. Sobald sich Abends die Mücken, welche so zwischen 20 und 23 Uhr uns das Leben schwer machten, verzogen hatten raschelte und quiekte es überall im Gebüsch und so mach einer von der Gruppe hatte schon ein bisschen Angst bekommen als ich ihnen von dem PO Krokodil erzählte. Anfangs war das Gelächter gross aber als ich ihnen morgens die Fußspuren zeigte, da war dann plötzlich Stille in der Runde.
Ich wollte sie aber nicht in dem Glauben lassen und klärte sie auf, dass die Spuren im Sand von den Nutrias sind, die es hier zu Hauf gibt. Für alle die nicht wissen was ein Nutria ist, dieses ist ne Mischung aus Bieber und Ratte. Und siehe da, ich hatte sogar das Glück das einer Nachts über meine Abhakmatte gelaufen ist und man dann Morgens die Spuren richtig gut erkenne konnte.
Nun, wir konnten in der 1. Woche 2 große Waller von 234 u.231 cm fangen und ca. 12 kleinere bis 180cm. An Karpfen konnte ich allein bei mir im Camp mit den Kiddis 16 Fische fangen, wobei der Größte die 20 Kilo Marke erreichte. Leider haben wir auch 6 Fische verloren. Ich habe schon viel erlebt am Po, aber dieses Jahr war echt der Hammer. Die Karpfen zogen alle so brachial nach dem Anbiss in die Hauptströmung das sie kaum zu bremsen waren.
Leider ging die 1. Woche viel zu schnell für die Gruppen vorbei und es konnte auch nicht jeder in den 4 Camps einen Fisch fangen. Am letzten Tag hieß es dann noch mal Spaß haben beim River Rafting und wie jedes Jahr hatt es keiner geschafft sich auf dem Ring zu halten. Ja ja, wir kriegen sie alle, grins.
Nach 3 tagen Pause kam die 2. Tour an. Leider sollte es diese Gruppe fischmäßig nicht so gut haben wie die erste, denn der fallende Wasserstand und eine Braunalgenblüte schlug den Fischen auf den Magen und wir konnten trotz stärkster Bemühungen nur noch ein paar Waller und Karpfen landen.
Aber wir hatten trotzdem alle unseren Spaß, vor allem Nachts, denn da wurden wir 2 mal von einem Naturschauspiel bei Laune gehalten. Ein Gewitter vor den Alpen staute und bescherte uns ein mega Wetterleuchten.
Es gibt auch immer ganz grausame Erlebnisse, denn manche Menschen haben einfach nicht die Geduld sich mit einer Angel ans Wasser zu setzten und legen lieber Leinen aus. So kann es passieren, dass wen der Wasserstand steigt, die Leute diese nicht mehr wieder finden. Grausam aber leider Realität.
Im Großen und Ganzen was es wieder mal ein gelungenes Jugendcamp und man hat wieder viele alte Bekannte wieder gesehen sowie neue Bekanntschaften geschlossen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch allen danken.
Vor allem den anderen Betreuer, denn das alles geschieht auf rein ehrenamtlicher Basis. Und ein Dank auch an Harry, der uns immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Ich freue mich schon auf 2010, wenn es wieder heißt: Ab nach Italien nach Cassa Silure zum Jugend Camp am PO.
Für alle diejenigen, die mal Interesse haben solch einem Event beizuwohnen, stehe ich gerne jeder Zeit Rede und Antwort. Ihr müsst nur zwischen 12 und 18 Jahre alt sein.
Unter dem Benutzernamen buma bin ich in mehren Foren unterwegs. Vielleicht trifft man sich dort.
Ansonsten könnt Ihr mir gerne auch mailen: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .
So bis dahin ein Gruß an alle - wir sehen uns in Italien!
Euer Mario Marburger
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